1.
Von Zeichen und Zahlen
- in alten Kulturen
- in Europa
- in alten Kulturen

2.
Von Kerben, Knoten,
Kugeln und Linien

- Ishangoknochen und Kerbhölzer
- Quipus und Müllerknoten
- Abaki der Völker
- Rechnen auf Linien

3.
Von Rechnern der
Astronomen, Seefahrer
und Geodäten

- Astrolabien und Sextanten
- Zirkel und Eidographen
- Rechenschieber, -scheiben, -walzen

4.
Von Stäbchen, Walzen
und mechanischen
Maschinen

- John Napier
- Wilhelm Schickard
- Gottfried Wilhelm von Leibniz
- Kurt Herzstark

5.
Von analogen und
digitalen Bauteilen

- Carles Babbage
- Herman Hollerith
- Konrad Zuse

6.
Von Rechenmaschinen,
Taschenrechnern
und PCs

- Staffelwalzen und Sprossenräder
- Datenträger und Programmierung
- EDV


 

Schon die großen Naturwissenschaftler der Renaissance wie Kopernikus, Galilei oder Kepler waren um die Vereinfachung komplizierter Rechenvorgänge bemüht.

In diesem Kontext entwickelte Jobst Bürgi (1552-1632), ein Mitarbeiter Keplers, die Logarithmen. Parallel dazu veröffentlichte der schottische Mathematiker John Napier (1550-1617) eine Logarithmentafel.

Der englische Astronom Edmund Gunter (1561-1630) kombinierte Napiers Rechenstäbchen mit Logarithmen. Der Mathematiker William Oughtred (1574-1660) baute auf dieser Grundlage einen Rechenstab mit zwei gleitenden Skalen. Damit war 1622 der Rechenschieber geboren, wie er bis in die 1970er-Jahre verwendet wurde.

1862 gründeten J. C. Dennert und Martin Pape in Hamburg eine Werkstatt zur Herstellung von geodätischen Instrumenten, Reißzeugen und Planimetern. Zehn Jahre später brachten sie den ersten in Deutschland gefertigten Rechenschieber auf den Markt. Dieses Exemplar war aus Buchsbaumholz mit eingefärbten Skalen.

1886 verbesserte man die Lesbarkeit der Skalen durch den Einsatz weißer Zelluloidfurniere, die auf die Holzkörper aufgeschraubt wurden. 1936 begann mit dem Warenzeichen Aristo die erfolgreiche Produktion von Rechenschiebern aus Kunststoff (Astralon). Im gleichen Jahr entwickelte der Darmstädter Mathematikprofessor Alwin Walther (1898-1967) ein optimiertes Skalensystem auf der Rietzschen Grundlage, das nach seinem Ursprungsort "Darmstadt" genannt wurde.

In den 1950er Jahren wurde das Unternehmen mit den Modellen Aristo-Scholar für den Schulgebrauch und Aristo-Studio für Ingenieure und Mathematiker zum Marktführer in Deutschland. Ende 1978 stellten die Aristo-Werke die Produktion von Rechenschiebern ein.

Jobst Bürgi

John Napier

Fuller's Calcutlator - Stanley London ab 1877 (dieses Exemplar hergestellt 1962)Otis King's Calculator Carbic Ltd., England, oben Modell K, unten Modell LNestler Rechenwalze

Verschiedene Rechenschieber mit 12,5-50 cm SkalenlängeRechenscheibe

Die Genauigkeit eines mit dem Rechenschieber zu erzielenden Rechenergebnisses ist um so größer, je länger der Rechenschieber ist. Eine Möglichkeit, die Genauigkeit zu erhöhen, bestand in der spiralförmigen Anordnung der Skalen auf einem Zylinder, da sich dadurch die Skalenlänge um ein Vielfaches vergrößerte. Dies war der Ursprung der Rechenwalze.

Eine der frühen Rechenwalzen war die des irischen Ingenieurs George Fuller, dessen Modell 1 1878 patentiert wurde. Fuller ließ seine Rechenwalze bei W. F. Stanley (1829-1909) in London bauen. Stanley, der selbst über 80 Patente hatte, war war einer der renommiertesten Instrumentenbauer seiner Zeit. Der Fuller Calculator wurde in verschienenden Versionen bis in die 1960er Jahre gebaut.

Rechenscheiben funktionieren wie Rechenschieber und bieten die Vorteile der Rechenwalze. Sie werden seit Anfang des 20. Jahrhunderts hergestellt und sind handlicher als Rechenschieber. Wegen ihrer leichten Bedienbarkeit wurden sie in vielen Bereichen eingesetzt. So dienten sie z. B. bis in die 1970er Jahre als Rechenhilfsmittel der Polizei für Promilleberechnungen von Autofahrern oder als Überschlagsrechner für den Treibstoffverbrauch von Flugzeugen.

Neben zahlreichen Anwendungen im technischen, militärischen und kaufmännischen Bereich wurden sie auch für das graphische Rechnen genutzt, wie etwa zur Vergrößerung und Verkleinerung von Formaten oder zur Umrechnung typographischer Maße.

LogarithmentabelleRechnen war schon immer eine zeitaufwendige Angelegenheit. Um Rechenoperationen zu beschleunigen, entwickelte man schon in der Antike Überblickstafeln, auf denen häufig gebrauchte Zahlenwerte abzulesen waren. So kannten die Babylonier schon im 2. Jahrtausend v. Chr. Multiplikationstabellen. Durch die Verbreitung des Buchdrucks kamen solche Tafeln auch in Mitteleuropa in Umlauf.

Neben logarithmischen oder trigonometrischen Werten konnten auch Zinsberechnungen, Währungstauschsätze oder Maßeinheiten einfach abgelesen werden. Eine Tabelle, mit der wir täglich konfrontiert sind, ist der Kalender, der uns angibt, auf welche Tage bestimmte Daten wie Frühlingsanfang, Weihnachten, Sylvester etc. fallen.

 

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Quellen:
Rechenwalzen - www.rechenwerkzeug.de
Rechenscheibe - © Jörn Lütjens
Rechenschieber - www.mathematik.uni-wuerzburg.de
Logarithmentafel - PD Dr. Friedrich Balck, IPPT, TU Clausthal